Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz (MWAEK)

Stahlproduktion bei ArcelorMittal Eisenhüttenstadt

ArcelorMittal Eisenhüttenstadt

Emissionen auf historischem Tiefstand

Treibhausgas-Bilanz

Als eines der ersten Bundesländer legt Brandenburg nach den vom Umweltbundesamt (UBA) veröffentlichten Zahlen der Treibhausgasemissionen eine erste Hochrechnung zu den Emissionen in Brandenburg im Jahr 2024 vor. Die Zahlen zeigen ebenso wie auf Bundesebene auch für Brandenburg einen bisher nicht dagewesenen Tiefstand seit 1990.

Potsdam, 27. März 2025. „Für Brandenburgs Zukunft ist entscheidend, dass Klimaschutz und wirtschaftliche Entwicklung gut miteinander funktionieren. 2024 sind nach ersten Hochrechnungen unseres neuen Referates Klimamonitoring die Treibhausgasemissionen in Brandenburg um 5,4 Prozent auf 48,7 Millionen CO2-Äquivalente gesunken. Damit wäre ein historischer Tiefstand erreicht, der sogar die Emissionen im Corona-Jahr 2020 noch deutlich unterschreitet“, erklärte Brandenburgs Klimaschutzminister Daniel Keller. „Das ist eine gute Nachricht, zeigt sie doch, dass die Entwicklung insgesamt in die richtige Richtung geht. Allerdings ist bei dieser Bilanz zu berücksichtigen, dass der Rückgang der Emissionen teilweise auf konjunkturelle Effekte zurückzuführen ist. Umso wichtiger ist es, die Industrie in Brandenburg bei ihrem Weg der CO2-Reduzierung zu unterstützen und zugleich wettbewerbsfähig zu modernisieren. Nur so kann die erreichte Minderung durch klimapolitische Maßnahmen verstetigt und ausgebaut werden. Dies kann uns durch die Umsetzung des von der Landesregierung beschlossenen Klimaplans Brandenburg gelingen.“

Die Hauptgründe für den deutlichen Rückgang der Treibhausgasemissionen sind der erfolgreiche Ausbau erneuerbarer Energien und die rückläufige Braunkohleverstromung. Diese Entwicklungen sind auch dafür verantwortlich, dass die Minderungseffekte für 2024 in Brandenburg etwas größer sind als in Deutschland (BB 5,4 Prozent; D 3,4 Prozent).

Die Energiewirtschaft als größter Verursacher von Treibhausgasemissionen hat ihren Ausstoß auf Grund sinkender Nachfrage um 9,5 Prozent reduziert. Entscheidend war dabei ein deutlicher Rückgang der Kohleverstromung um fast 17 Prozent. Dies wurde durch die stark gestiegene Stromerzeugung im PCK Schwedt (27 Prozent) anteilig kompensiert.

Bei den Industrieemissionen war 2024 ein geringfügiger Anstieg zu verzeichnen. Zu Buche schlägt ein Plus von insgesamt 1,9 Prozent. Die Industrie hat etwa 7,6 Millionen Tonnen CO2-Äquvalente der Gesamtemissionen des Landes freigesetzt. Daran haben wiederum die Stahl- und Zementindustrie die größten Anteile – mit gegenläufigen Entwicklungen. Während die Stahlbranche auf Rezessionsniveau geringe Zuwächse bilanziert, hat die Zementindustrie Produktionsrückgänge.

Auch der Gebäudesektor verzeichnet bundesweit einen Rückgang der CO2-Emissionen um 2,3 Prozent. Dies ist, wie im Vorjahr, auf Einsparungen von Heizenergie in den privaten Haushalten sowie bei Gewerbe, Handel und Dienstleistungen zurückzuführen. Dazu beigetragen hat auch die Tatsache, dass 2024 das wärmste Jahr seit Aufzeichnungsbeginn 1881 war.

Der Verkehrssektor ist mit 6,6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente der drittgrößte Emissionssektor. Im Verkehr sind die Emissionen erneut gestiegen (plus 0,2 Prozent), was bei leicht gesunkenen Kraftstoffverkaufsmengen im Straßenverkehr hauptsächlich auf den deutlichen Wiederanstieg bei den Flugreisen (plus 8 Prozent) gegenüber dem Vorjahr zurückzuführen ist.

In der Landwirtschaft gingen vor allem die Methan-Emissionen aufgrund weiterhin rückläufiger Rinderbestände zurück und sorgten für Einsparungen von 1,7 Prozent CO2-Äquivalenten. Bei den Emissionen aus Landnutzungen, Landnutzungsänderungen und Forstwirtschaft (LULUCF) wird von einer geringen Minderung (minus 2 Prozent) ausgegangen, da durch die günstige Witterung 2024 von einem höheren Holzwachstum und von geringeren Verlusten durch Waldbrände ausgegangen wird. Damit steigt die Kohlenstoffspeicherung leicht an.

In der Abfall- und Abwasserwirtschaft gehen die Emissionen leicht zurück und haben weiterhin den kleinsten Anteil an der Treibhausgasbilanz des Landes (unter 0,1 Mt).

Hinweis:

Das Landesamt für Umwelt hat im Herbst vorigen Jahres die Treibhausgasinventur für 2023 veröffentlicht.

lfu.brandenburg.de

Mit der Veröffentlichung wurden die bundesweit durchgeführten Methodenänderungen der Energie- und Klimagasbilanzierung von 2022 erstmals umgesetzt (auch rückwirkend bis 1990). Durch die Änderungen für die Jahre 1990 und 2020 verändern sich auch die relativen Zielstellungen (Prozentzahlen) des Klimaplans geringfügig. Im Klimaplan sind neben den Gesamtminderungszielen auch Sektorziele für die sieben Sektoren des Bundesklimaschutzgesetzes definiert, als absolute und relative Änderung zu 1990 und 2020. Die absoluten Zielstellungen des Klimaplans bleiben von der Methodenänderung unberührt.